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Hans Läubli

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Verkehrspolitik

Standpunkt zur Verkehrsentwicklung in Affoltern

(Gemeinderatswahlen 2006, Affoltern a/A)

Die Entlastung durch die Autobahn muss genutzt, die Zürichstrasse mit nachhaltigen Massnahmen verkehrsberuhigt werden. Es muss verhindert werden, dass bei Staus auf der Autobahn der Verkehr durch Affoltern ausweicht. Der Zu- und Abfahrtsverkehr der Autobahn muss so geführt werden, dass die bewohnten Gebiete nicht belastet werden. Die Tempo-30 Zonen müssen in Affoltern endlich grossräumig eingeführt werden.

 

Diverese Statements zur Verkehrspolitik

38 Prozent der CO2-Emissionen durch den Verkehr Juli 2014)

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesamtes für Raumentwicklung betragen die externen Verkehrskosten, also diejenige die nicht durch Strassenverkehrsabgaben oder Billeteinnahmen gedeckt werden, 9 Milliarden Franken jährlich. Davon entfallen 7,7 Milliarden auf den motorisierten Strassenverkehr.

Gemäss dem Bundesamt für Statistik war der Verkehr 2011 für 38 Prozent der Schweizer CO2-Emissionen verantwortlich. 339 Menschen verloren 2012 ihr Leben im Strassenverkehr, im Schienenverkehr 28, insgesamt wurden über 22'000 verletzt.

Durchschnittlich legte jede Einwohnerin und jeder Einwohner der Schweiz im Jahr 2010 fast 37 Kilometer täglich im Inland zurück. Davon dienten 40 Prozent dem Freizeitverkehr und 24 Prozent dem Arbeitsverkehr. Rund zwei Drittel der Tagesdistanz werden mit dem Auto zurückgelegt, ein Viertel geht auf das Konto des öffentlichen Verkehrs (Bahn, Postauto, Bus, Tram) und etwas weniger als ein Zehntel auf das des Langsamverkehrs (zu Fuss und Velo).

Trotz der fortschreitenden Umweltzerstörung und den immensen Kosten gehen die Behörden und der grösste Teil der politischen Parteien von einem stetigen Wachstum der Mobilität und des motorisierten Individualverkehrs aus, anstatt Massnahmen zu treffen um diesen zu plafonieren oder einzudämmen. Einzig die Grünen engagieren sich konsequent, sowohl  auf lokaler als auch auf nationaler Ebene, gegen den Ausbau der Strassenkapazität und für Alternativen zur Mobilitätsentwicklung in der Siedlungs- und Raumplanung. Dieses Engagement macht nichthalt vor der eigenen Haustüre, wie bei den anderen Parteien. So stehen die Grünen auch im Bezirk Affoltern gegen die Erhöhung der Strassenkapazitäten ein – so bei uns zum Beispiel gegen den Autobahnzubringer aus den Kanton Aargau - und legen Vorschläge zur Verkehrsberuhigung auf den Durchfahrtsstrassen unserer Gemeinden vor. Denn Umweltschutz lässt sich nicht einfach delegieren sondern beginnt im eigenen Gärtchen.

Als eine konkrete Alternative zur zunehmenden Mobilität schlagen wir zudem vor, dass Arbeitsplätze dezentralisiert und von der Stadt Zürich in die Regionen verlegt werden. Die moderne Kommunikationstechnologie macht es möglich, dass für manche Arbeit im administrativen und organisatorischen Bereich keine dauernden fixen Büroarbeitsplätze mehr benötigt werden. Dokumente und Daten sind auf einem zentralen Server gespeichert und können jederzeit und von überall aus abgerufen und bearbeitet werden. Für viele Tätigkeiten. ist also das tägliche Pendeln von der Peripherie in die zentralen Verwaltungszentren schlicht überflüssig, weshalb ein Teil dieser Arbeit bestens auch dezentral erledigt werden kann.

Nicht nur im ökologischen und ökonomischen, sondern auch im sozialen und kulturellen Bereich bringt eine Dezentralisierung der Arbeitsplätze Vorteile. Menschen bewegen sich auch tagsüber in den Gemeinden oder der nächsten Umgebung, in der sie leben. An den dezentralen Arbeitsplätzen entsteht wieder die Möglichkeit, Menschen aus der nächsten Umgebung kennen zu lernen und soziale Kontakte zu knüpfen. Dies wirkt der Tendenz der Entfremdung und der Entwicklung von reinen Schlafstätten entgegen.

Wenn wir eine Wende im der Umweltpolitik wollen, müssen wir jetzt handeln, geredet wird von allen Parteien. Zu trauen ist einzig der Grünen.

Deshalb, bei der Wahl: Trau, schau, wem…

 

Nein zum Autobahnzubringer Obfelden/Ottenbach! (Sept. 2012)

«20 000 Fahrzeuge pro Tag gibt es auch in vielen anderen Gemeinden, etwa am See oder im Oberland» - so kürzlich Regierungsrat Stockers Kommentar im Kantonsrat zu einer Motion für die Umfahrung Eglisau. Der Autobahnzubringer Obfelden/Ottenbach aber, soll einen Strassenzug entlasten, der gerade mal zwischen 4‘000 und 7‘500 Fahrzeuge pro Tag aufweist wovon rund die Hälfte aus den Dörfern selbst stammt und sich wohl kaum selbst umfahren kann.

Sicher, die Angst um die Kinder in Obfelden und Ottenbach ist berechtigt. Genau so, wie in Affoltern, Hedingen und Mettmenstetten. Letztere Gemeinden weisen auf ihren Dorfstrassen noch immer massiv mehr Verkehr als Obfelden und Ottenbach aus. Verkehrsberuhigende Massnahmen müssen ergriffen werden wie der sichere Ausbau von Fussgängerquerungen und Temporeduktionen in kritischen Bereichen - insbesondere in der Nähe von Schulhäusern - sowie breitere Fussgängerbereiche in stark frequentierten Zonen. Solche Massnahmen werden aber gerade aus den Kreisen aus FDP, SVP und BDP, die heute am lautesten nach sicheren Schulwegen in Ottenbach und Obfelden rufen, seit Jahren konsequent bekämpft und zum grössten Teil verhindert. Selbst der grünliberale Vertreter aus unserem Bezirk, Hans Wiesner, erklärte kürzlich im Kantonsrat, dass er gegen Tempo 30 auf Ortsdurchfahrten sei. Der Regierungsrat aber ist, entgegen allen Behauptungen aus den Kreisen der Umfahrungsbefürworter, durchaus offen für Temporeduktionen auf Kantonsstrassen. So hat er sich bereit erklärt, das von mir kürzlich eingereichte Postulat mit folgendem Wortlaut entgegen zu nehmen:

«Der Regierungsrat wird beauftragt, gestützt auf Art auf Art 108 SSV, dem Kantonsrat einen Bericht zu unterbreiten, in dem er diejenigen Strassenabschnitte auf dem Kantonsstrassennetz bezeichnet, für welche eine tiefere Geschwindigkeitslimite als Tempo 50 sinnvoll ist. Dabei sind namentlich folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Temporeduktion zur Vermeidung oder Verminderung besonderer Gefahren

Temporeduktion zur Reduktion einer übermässigen Umweltbelastung

Temporeduktion zur Verbesserung des Verkehrsablaufs

Temporeduktion aus ortsbaulicher Sicht.»

Das Postulat wurde erfreulicherweise von einem Vertreter der CVP und der GLP (nicht aus unserem Bezirk) mit unterzeichnet und dürfte auch von der SP unterstützt werden, hat also durchaus Chancen eine Mehrheit zu finden. Bekämpft wird die Entgegennahme aus den Reihen der SVP und erfahrungsgemäss kann sie in diesen Fragen auf die Unterstützung der FDP und der BDP zählen. Auf die Debatte im Kantonsrat darf man gespannt sein.

Völlig überflüssig, ja kontraproduktiv, sind die geplante Ortsumfahrung in Ottenbach und der Ausbau der Muristrasse in Bickwil. Seit der Eröffnung der A4 hat der Verkehr aus dem Aargau, entgegen allen Prognosen, insgesamt abgenommen. Erst mit dem Zubringer wird der Autoverkehr wieder massiv zunehmen!

Falsch ist auch die Behauptung der Befürworter, dass der Beitrag des Bundes an die Kosten eines Zubringers verfallen, wenn diese Vorlage nicht angenommen würde. Richtig ist, dass diese Kreditzusage bestehen bleibt, bis das Nationalstrassennetz vollendet ist - dies wurde vom Regierungsrat betätigt. Ebenso ändert die gebetsmühlenartig wiederholte Diffamierung, dass lüge wer behaupte, Naturschutzgebiet würde tangiert, nichts daran, dass es eben doch so ist. Im Abstimmungsbericht des Regierungsrates wird in der Grafik auf Seite 8 darauf hingewiesen, dass Anpassungen des Naturschutzgebietes im Bibelaas-Gebiet vorgenommen werden müssten! Es ist dem geneigten Leser überlassen zu beurteilen, wer da lügt. Ähnliche Anpassungen übrigens, haben den Zusammenschluss der Oberlandautobahn kürzlich vor Bundesgericht zu Fall gebracht.

Auch Aktionen, die eher an nordkoreanische als an demokratische Gepflogenheiten der Schweiz erinnern - wie den Kinder schulfrei geben und mit einem Car in die Hauptstadt zu fahren, die für Anliegen der Behörden demonstrieren, oder der illegale Austausch von Petitionsunterschriften von den Behörden an Private – ändern nichts an der Tatsache, dass hier eines der unsinnigsten Strassenbauprojekte durchgesetzt werden soll, das je in unserem Kanton geplant wurde. Es bleibt die Hoffnung, dass die Bevölkerung klüger ist, als die Behörden.

 

Kulturlandinitiative und Autobahnzubringer (Juni 2012)

Wenn es um grundsätzliche Stellungnahmen geht, zaubern Politikerinnen und Politiker gern schöne Parolen aus dem Hut wie, „die Umwelt schützen, Landschaft und das Kulturland erhalten, Zersiedelung verhindern…“. Wird es konkret, vergessen sie ihre schönen Parolen schnell und beugen sich den Wirtschafts- und Partikularinteressen.

So auch die Kantonsräte aus unserem Bezirk und ihre Bezirksparteien. Mit der Unterstützung des unnötigen Autobahnzubringers Ottenbach/Obfelden nehmen sie in Kauf, dass sich die Zersiedelung beidseits der Reuss weiter ausdehnt, im Bundesinventar aufgeführtes Landschafts- und Naturschutzgebiet zerstört, Kulturland hektarenweise zubetoniert und der Auto- und Schwerverkehr weiter zunehmen wird. Einmal mehr, sind die Grünen die einzige politische Kraft in unserem Bezirk, die sich dieser Fehlplanung entgegenstellt.

Die Befürworter des Autobahnzubringers begründen dessen Notwendigkeit mit dem zu erwartenden Mehrverkehr. Dieser entsteht vor allem, wenn in Gebieten gebaut wird, die durch den öffentlichen Verkehr schlecht, oder gar nicht erschlossen sind. Hier beisst sich die Katze in den eigenen Schwanz. Mit dem Bau weiterer Strassen wird der Anfahrtsweg für Autos nach Zürich noch schneller und somit der Anreiz, sein Häuschen ins Grüne zu bauen attraktiver. Die Preise für das Bauland in unserem Bezirk, aber auch im angrenzenden Freiamt steigen rasant. Landbesitzer, die viel Geld sehen wollen, reiben sich die Hände und fordern zusammen mit Gemeindevertreten im Rahmen der Revision des kantonalen Richtplanes Einzonungen. Die Bauern haben das Nachsehen.

In den letzten 25 Jahren wurden im Kanton Zürich rund 60 km2 Kulturland in Siedlungsfläche umgewandelt. Pro Minute waren das rund 4,5 m2. Nicht nur werden wir dadurch von immer mehr Verkehr überrollt, sondern auch unsere Ernährungssouveränität nimmt permanent ab.

In den heute eingezonten Gebieten haben wir im Kanton Zürich potentielle Wohnbaureserven für eine Million Menschen zusätzlich. Der Bedarf an neuem Wohnraum muss und kann innerhalb der bestehenden Bauzonen erstellt werden. Die Zersiedlung muss gestoppt werden.

„Keine direkt an die Stadt Zürich grenzende Region hat noch den Charakter eines derart naturnahen, ländlichen Raumes - mit einer Lebens- und Wohnqualität in dieser Ausprägung. Die Region will diese Qualitäten, die ihr Kapital sind, erhalten und fördern. Das Knonauer Amt will Vorbild sein, für ein ländliches Gebiet im Ballungsraum.“ Dieser Leitsatz stammt von der Website der „Standortförderung Knonauer Amt“. Sorgen Sie dafür, dass er nicht schöne Parole bleibt. Setzen Sie um, was Politiker versprechen und nicht einhalten.

 

(Zum Referendumg Umfahrunge Ottenbach; Januar 2012)

Die geplante Umfahrung Ottenbach tangiert eine «Landschaft von nationaler Bedeutung» (BLN)und eine denkmalgeschützte Liegenschaft. Ebenso werden mehrere Hektaren Fruchtfolgeflächen zerstört, von denen es im Kanton Zürich zu wenige gibt. Selbst die für Umweltschutz- und Denkmalpflege zuständigen kantonalen Fachstellen halten daher eine Realisierung der Umfahrung für fragwürdig. Die Befürworter erstellten, nachdem der Regierungsrat vor einigen Jahren, das Umfahrungsprojekt zurückgezogen hatte, eine Netzplanstudie mit völlig falschen Verkehrs-Prognosen. So sollte der Autoverkehr auf der zu umfahrenden Muristrasse in Ottenbach, mit der Eröffnung der Autobahn «schlagartig» auf 8‘410 Autos täglich (2005: 5‘620) anwachsen. In Tat und Wahrheit waren es gemäss den Zählungen, die der Regierungsrat auf meine Anfrage hin herausgegeben hat, rund ein Jahr nach der Eröffnung 5‘665 Fahrzeuge, also 45 mehr als ein paar Jahre zuvor. Auf der Muristrasse in Obfelden wurden 10‘950 Fahrzeuge prognostiziert – tatsächlich waren es 5‘100 usw.

Das Anwachsen des motorisierten Individualverkehrs ist nicht Gott gegeben. Es wird von gewissen Politikern Hand in Hand mit der Bau- und Autolobby gefördert. Neue Strassen, erzeugen neuen Verkehr. Angesicht der Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung, können wir es uns aber nicht leisten, noch mehr Abgase zu produzieren. Anstatt neue Strassen zu erstellen ist der öffentliche Verkehr auszubauen und mit einer nachhaltigen Siedlungspolitik eine Wohn- und Arbeitsplatzgestaltung anzustreben, welche die Pendlerströme reduziert. Zu beidem habe ich, zusammen mit Verbündeten, Vorstösse im Kantonsrat eingereicht, die jedoch regelmässig von denselben Mehrheiten bekämpft werden, welche die Umfahrung Ottenbach propagieren.

Gemäss den Statistiken ist nur ein Drittel des Verkehrs Arbeitsverkehr. Zwei Drittel werden durch Freizeit und Einkaufstouren erzeugt.  So wird mit dem Ausbau des Strassennetzes erreicht, dass der junge Mann aus Boswil, am Samstagabend möglichst schnell mit seinem Auto seinen Kaugummi im Bahnhof oder die Hausfrau aus Muri, möglichst problemlos am Samstagnachmittag die Reisnägel im neuen Fachmarkt Affoltern besorgen kann.

Dass niemand Freude hat, wenn der Verkehr vor seiner Haustüre zunimmt und sich dagegen wehrt, kann ich verstehen.  Doch der Umweltschutz hört nicht vor der eigenen Haustüre auf. Auch der Verkehr, der anderswo zirkuliert erzeugt Abgase und verschmutzt die Umwelt. Wer Auto fahren will, muss auch damit rechnen, dass solche vor seiner Haustüre zirkulieren. Ich bin selber 56 Jahre alt – und noch nie hinter einem Steuerrad gesessen. Ich kann versichern, dass es sich auch so ganz gut leben lässt.

Es ist auch nicht nachvollziehbar, wie Vertreter aus unserem Bezirk im Kantonsrat sich dafür einsetzen, dass das wertvollste Naherholungsgebiet unseres Bezirks zu Gunsten eines völlig unnützen Strassenbaus  zerstört wird. Ich kann nicht verstehen, wie ehemalige und derzeitige Gemeindepräsidenten dieses Naherholungsgebiet dem unnützen Strassenbau opfern wollen, wird doch in allen Leitbildern immer wieder hervorgehoben, dass die intakte Landschaft das wertvollste und erhaltenswürdigste sei, was unser Bezirk und unsere Gemeinden zu bieten haben.

Die Grüne Fraktion hat im Kantonsrat mit Ihrer Zustimmung zum Kompromiss für eine reduzierte Variante Hand geboten, auch wenn sie davon nicht wirklich überzeugt war. Dieses Angebot wurde von den Vertretern der SVP und FdP schroff zurückgewiesen. In der Schlussabstimmung haben vier der Ämtler Vertreter (FdP, SVP; Grünliberale) für die unnütze Umfahrung Ottenbach gestimmt. Auch der SVP-Vertreter Martin Haab, der vor sich vor den Wahlen noch gegen die Umfahrung ausgesprochen hatte und auf seiner Liste den Umfahrungsbefürworter John Appenzeller überholte, lehnte die Kompromissvariante ab und stimmte dem Umfahrungskredit zu. Der grünliberale Hans Wiesner, der als Einziger seiner Fraktion der Umfahrung zustimmte, bezeugte damit, dass sein Grün halt nur vor den Wahlen leuchtete.

Die Grünen, für die ich als Kandidat angetreten bin, haben immer klar und deutlich gesagt, dass sie die Umfahrung Ottenbach bekämpfen werden. Unter dieser Prämisse bin ich in den Kantonsrat gewählt worden. Ich werde meine Versprechen halten – die Grünen bleiben auch nach den Wahlen grün.

74 Vertreterinnen und Vertreter haben im Kantonsrat den Kredit für diese Umfahrung abgelehnt.  Wie die Mehrheitsverhältnisse in der Bevölkerung, auch in unserem Bezirk sind, wird sich weisen. Es gehört zu den demokratischen Rechten unseres Landes, dass gegen Beschlüsse des Parlaments das Referendum ergriffen werden kann, um eine Volksabstimmung herbei zu führen. Dieses Volksrecht nehmen wir wahr, auch wenn es gewissen Kreisen nicht passt. Ich hoffe auf eine faire Auseinandersetzung und darauf, dass der Anzeiger im redaktionellen Teil mit seiner Stimmungsmache aufhört, und wieder zu seiner sonst doch recht ausgewogenen Berichterstattung, auch in diesem Thema, zurückfindet. Es ist höchste Zeit, sich vom Bau einer Strasse, deren Planung auf völlig falschen Zahlen und Annahmen beruht, zu stoppen. Packen wir die Chance, lehnen wir diese unnötige Umfahrung Ottenbach ab und suchen andere, umweltfreundlichere und nachhaltigere Lösungen!


Artikel (Kantonsräte meinen) im Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Sommergedanken

 

 

Vor 12 Jahren haben meiner Lebenspartnerin und ich uns entschlossen, aus der Stadt Zürich nach Affoltern am Albis zu ziehen. Die ländliche Gegend und die Nähe zur Natur war einer der Hauptgründe dafür. Ich verbringe jeweils auch einen Teil der Sommerferien hier, so auch dieses Jahr, gehe wandern und schwimmen. So wandere ich der Reuss entlang, geniesse das Wasser, freue mich an den vielen Vögeln, den im Fluss badenden Menschen, der Ruhe.

In Ottenbach soll, geht es nach dem Willen der kantonalen und lokalen Behörden, bald Schluss sein damit. Eine 9 Meter breite Umfahrungsstrasse wird das Naherholungsgebiet durchqueren und Ottenbach von der Reuss abtrennen. Sowohl die erholungssuchenden Menschen am Reussufer sowie die Fauna und Flora werden vom Lärm und den Abgasen vertrieben, eine Idylle vor der Haustüre ist zerstört. Die Menschen aus der Umgebung werden ins Auto hocken um über die Umfahrungsstrasse auf die Autobahn zu gelangen über die sie dann vielleicht in der Innerschweiz in eine ruhige Ecke gelangen, in der sie sich erholen können.

Unsere Behörden betonen immer wieder, wie sehr sie sich für den ländlichen Charakter unseres Bezirks einsetzen und ihn erhalten wollen. In Tat und Wahrheit tun sie genau das Gegenteil. Sie setzen alles daran, ihn zu zerstören. Sie engagieren sich für den Ausbau des Strassennetzes, setzen sich für den Bau von Einkaufszentren ein und planen bei jeder Gelegenheit die Erweiterung von Bauzonen. Derweil erwärmt sich unser Klima, verdichten sich die Schadstoffe in unsere Luft und verschwinden hunderte von Arten in der Tier- und Pflanzenwelt.

Wie ich in Ottenbach der Reuss entlang spaziere komme ich einmal mehr zum Schluss, dass es sich lohnt, sich für den Erhalt dieser Oase einzusetzen und den Widerstand gegen diese Umfahrungsstrasse nach besten Kräften zu unterstützen so wie ich mich zusammen mit anderen ökologisch gesinnten Menschen gegen die weitere Zerstörung des noch verbleibenden Restes der Naherholungsgebiete in unserem ländlichen Bezirk einsetzen werde. Vernünftige Alternativen sind genügend vorhanden.

 

17. Oktober 2008

 

Salamitaktik in der Verkehrs- und Siedlungsplanung

Salamirädchenweise bekommt die Säuliämtler Bevölkerung von den Behörden die Auswirkungen der Autobahneröffnung und deren Zufahrten präsentiert. Eine gesamthafte Lösung zur Eindämmung des motorisierter Privatverkehrs steht nicht zur Debatte. Profitieren werden Investoren verkehrsintensiver Einkaufs- und Freizeitzentren - Spreitenbach lässt Grüssen. Die Zeche bezahlt die Wohnbevölkerung der Ämtler Gemeinden und die Erholungssuchenden, deren letzte Naturschutz- und Naherholungsgebiete mit neuen Umfahrungsstrassen zerstört werden. Der einstmals entscheidende Slogan der Autobahnbefürworterleben im Dorf - fahren ums Dorf" wird zum Spottspruch.

Derweil die Regierung des Kantons Zürich und unsere Gemeindebehörden mit Steuermillionen die Autobahneröffnung feiern lassen wollen, wird nicht mal mehr abgestritten, dass durch die Eröffnung der Autobahn und dem ihr folgenden Bau von verkehrsintensiven Grosszentren der Verkehr durch die Dörfer nicht ab- sondern massiv zunehmen wird. Betroffen davon sind vor allem Obfelden und Ottenbach, deren Strassen als Zubringer der Autobahn und der geplanten Grosszentren in der Industrie- und Gewerbezone von Affoltern dienen werden. Aber auch die Bewohner von Hausen, Mettmenstetten und Affoltern müssen mit einer Verkehrszunahme auf ihrem Strassennetz rechnen. Dabei gehen die  politisch Verantwortlichen von stets wachsendem Autoverkehr aus und unternehmen rein gar nichts, um diesen in einem erträglichen Mass zu halten. Im Gegenteil: der Nord-Süd Verkehr aus dem aargauischen Freiamt  soll zum A4-Anschluss nach Affoltern gelotst werden. Allein dieser Verkehr wird über die Hälfte der Mehrbelastung durch die Strassen von Ottenbach und Obfelden ausmachen. Mit dieser völlig unnötigen Verkehrsumlagerung wird die Umfahrung durch das Naturschutzgebiet an der Reuss in Ottenbach, sowie der massive Ausbau der Muristrasse in Bickwil begründet. Sie dient mitnichten der Entlastung der Dörfer vom motorisierten Privatverkehr, sondern als Zubringer zu den geplanten neuen Einkaufszentren in Affoltern.

Im Hintergrund werden von den lokalen Behörden weitere neue Strassen geplant, mit welchen die Grosszentren erschlossen werden sollen. Bezahlen werden die vom Mehrverkehr betroffenen Steuerzahlerzahler. Gemeindebehörden sowie Lokalpolitikerinnen und -politiker von SVP bis SP schlagen die Werbetrommel für diese verfehlte Verkehrs- und Siedlungsplanung, anstatt sich dagegen zur Wehr zu setzen. Anders als sie, werde ich mich auf allen Ebenen gegen diese umwelt- und menschenfeindliche Verkehrs- und Siedlungspolitik einsetzen. So habe ich, zusammen mit 10 Mitunterzeichnenden, eine Initiative eingereicht, mittels welcher der geplante Bau von zwei Grosszentren mit weit über 1000 Parkplätzen in Affoltern verhindert werden kann. Die Initiative wird am 1. Dezember der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt.

 

Artikel (Kantonsräte meinen) im Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern, 8. Februar 2008

Umweltfreundliche Verkehrslösungen versus Autofetischismus

 

In Verkehrsfragen stehen bei einigen Parteien im Kantonsrat die ideologischen Barrieren dem gesunden Menschenverstand massiv im Weg. So versuchen die SVP und die FdP Vorstösse, die sich gegen die stetige Zunahme des motorisierten Strassenverkehrs richten, jeweils mit allen Mitteln zu bodigen. Die Dringlichkeit für ein Postulat, von mir und zwei Kantonsrätinnen, das eine Busverbindung im Uetlibergtunnel zwischen Zürich Süd und dem Säuliamt fordert, wurde von den beiden Parteien und mit ihnen von deren Vertretern unseres Bezirks nicht unterstützt. Für eine Dringlichkeitserklärung im Kantonsrat braucht es 60 Stimmen. Diese kamen trotz der Ablehnung durch FdP und SVP locker zu Stande.

Ein SVP und zwei FdP-Vertreter, unter ihnen derjenige aus Affoltern, Robert Marty, gingen dann mit ihrer Autoeuphorie noch einen Schritt weiter, indem sie eine Anfrage einreichten, mit der sie suggerierten, dass flankierende Massnahmen wie Pförtneranlagen, Geschwindigkeitsbeschränkungen und Sprreduktionen zur Eindämmung des motorisierten Strassenverkehrs durch die von einer Verkehrlawine bedrohten Dorfdurchfahrten, im Falle einer Busverbindung durch den Uetliberg nicht realisiert werden sollten. Die Absicht der FdP ist durchsichtig. Ihr Vorstoss ist ein Versuch, sowohl eine Buslinie durch den Uetliberg als auch eine Verkehrsberuhigung in unseren Dörfern und in Zürich Süd zu verhindern. Wie die Vertreterinnen und Vertreter der FdP und SVP sich dann verhalten werden, wenn es um die Überweisung des Postulates für Buslinien durch den Uetliberg geht, wird sich nächstens weisen. In ihren Augen sind aber offensichtlich die Luftverschmutzung, der Klimawandel und die Umweltzerstörung weiterhin keinerlei Themen oder eben Panikmache. Umweltvorstösse haben aber seit den letzten Wahlen, dank neuen, wechselnden Mehrheiten, trotzdem Chancen, im Kantonsrat angenommen zu werden, da ab und an SP, EVP, GLP und EDU mit den Grünen zusammenspannen.

Auch in unseren lokalen Behörden treten die Autofetischisten, wenn sie ihr Dogma des unbehindernden Verkehrsflusses bedroht sehen, aus den Schützengräben. So bezichtigt der Gemeindepräsident von Obfelden mich und zwei weitere Kantonsräte in einem Leserbrief im Anzeiger der «unerträglichen Einmischung», weil wir vom Regierungsrat fordern, dass er mit flankierenden Massnahmen etwas gegen den uneingeschränkte Verkehrsfluss, der nach der Eröffnung der A 4 die Dörfer in unserem Bezirk zu ersticken droht, unternehmen soll. Die Vision des Herrn Gemeindepräsidenten hingegen ist, dass man Umfahrungen in die Natur baut und im Dorf den Verkehr ungehindert und «flüssig» durchrollen und dabei Dorf und Naherholungsgebiete drauf gehen lässt. Bei seinem Vorwurf der unberechtigten Störmanöver an mich vergisst der gute Mann zudem, dass Verkehrsfragen nicht auf Dorfebene sondern überregional gelöst werden müssen und ich zudem auch von Wählerinnen und Wählern seiner Gemeinde in den Kantonsrat gewählt worden bin um deren Interessen zu vertreten. Und genau dies werde ich weiterhin tun, lieber mit aber bei Bedarf auch ohne den Segen der Gemeindefürsten!

 

Artikel (Kantonsräte meinen) im Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern, 7. Sept. 2007

Für eine andere Verkehrspolitik!

Dass die Bewohnerinnen und Bewohner aus Obfelden, Bickwil und Ottenbach sich gegen den sich abzeichnenden Mehrverkehr durch ihre Dörfer wehren, ist normal und verständlich. Einmal mehr ist das Rezept der lokalen Behörden: Neue Strassen müssen her! Die emotional aufgebrachten Stimmung wird geschickt genutzt, um Verkehrskonzepte aus der Strassenbaueuphorie weiter zu pflegen. Die Bau- und Autolobby kann sich freuen.

Die Zürcher Planungsgruppe Knonauer Amt will sich in einer Wiedererwägung an den Regierungsrat wenden. Sie verlangt in einer so genannten Netzstrategie, nicht nur eine neue Umfahrungsstrasse, sondern auch eine neue Brücke über die Autobahn, da das im Bau stehende Anschlussbauwerk Obfelderstrasse den Verkehr zur Autobahn und zu den Einkaufszentren bereits am ersten Tag nicht mehr zu schlucken vermag.

 Die ZPK hat letztes Jahr- mittels breiter Vernehmlassung - 12 Leitsätze verabschiedet. Leitsatz 7 heisst: „Für die Versorgung der Region mit Gütern des täglichen Bedarfs, sollen die Einkaufsmöglichkeiten in den bestehenden Dorfzentren erhalten und gefördert werden. Zusätzliche Einkaufszentren mit überregionalem Einzugsgebiet sind nicht erwünscht". Heute bereits Makulatur! Entgegen aller Beteuerungen, dass keine neuen Einkaufzentren in unserer Region gebaut werden dürfen, hat die Zürcher Planungsgruppe Knonauer Amt nun ganz offensichtlich das Ziel in Augen, dass der Migros-Albispark und der Hornbach Baucenter, sowie weitere verkehrsintensive Betriebe, welche täglich tausende von neuen Autofahrten erzeugen, möglichst schnell gebaut und verkehrsmässig erschlossen werden müssen.

In der Netzstrategie findet sich kein Satz über verkehrsberuhigende und flankierende Massnahmen auf den Dorfstrassen. Die geforderten Umfahrungen machen die enorme Verkehrszunahme erst möglich. Das Einzugsgebiet des Anschlusses Affoltern und der neuen Einkaufszentren wird damit noch tiefer in den Aargau ausgedehnt. Angebot schafft Nachfrage. Zusätzliche Automobilisten aus dem Aargau, die heute nicht im entferntesten auf die Idee kämen, die Autobahnzufahrt Affoltern zu benutzen, würden durch diese neuen Strassen animiert, diesen Weg zu wählen.

Über 50 % aller Autofahrten dienen gemäss neusten Statistiken dem Freizeitverkehr. Wollen wir wirklich mit neuen Strassen unsere Naherholungsgebiete zerstören, damit Frau Müller aus Beinwil mit dem Auto im Albispark Affoltern wellnessen oder Herr Suter seine drei Gartenplatten vom Hornbach Affoltern nach Boniswil transportieren kann?

Wir brauchen keine neunen Einkaufs- und Vergnügungszentren in Affoltern Mit einer einfachen Änderung des Bau- und Zonenplanes wäre es möglich diese zu verhindern. Konsequente verkehrstechnische Massnahmen, wie Tempo dreissig auf den Dorfstrassen, Tropfenzähl- und Portalsysteme könnten den Verkehr auf den Durchfahrtsstrassen durch Obfelden und Ottenbach in Grenzen zu halten. Solche sind vom Regierungsrat zu fordern. Zudem müssen sofort Massnahmen ergriffen werden, welche dem Busverkehr absolute Priorität einräumen, wie ein von Eva Torp, Lisette Müller und mir eingereichtes und vom Kantonsrat überwiesenes Postulat dies verlangt.

Eine fortschrittliche und umweltbewusste Verkehrpolitik darf nicht die Zunahme des motorisierten Privatverkehrs anstreben, sondern muss diesen eindämmen, die Leute zum umsteigen auf den öffentlichen Verkehr bewegen und, kombiniert mit einer geschickten Siedlungspolitik, die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung verringern. Dieser Weg wird von uns Grünen konsequent und unbeirrt verfolgt. Wer diese Politik unterstützt, wählt am 21. Oktober die Grüne Liste 4 in den National- und Daniel Vischer in den Ständerat!